Harburger RG v. 1951 e.V. - erfolgreicher Radsport in Hamburg-Harburg



Passo Dello Stelvio

Es müssen nicht immer die Vattenfall-Cyclassics sein - der Arlberg-Giro ist auch ganz nett!

-       oder noch mehr HRGler in Europa unterwegs

   

Ein Bericht von Lizzi Frank und Arne Wagner


Die Idee mal wieder die Alpen unsicher zu machen, hatten wir schon länger. Bereits im letzten Jahr haben wir erfolgreich das Konzept der Flusstour mit Rennrad, Follow-Me plus Kinderrad und Gepäckanhänger statt der klassischen Reiseradtour praktiziert.


 

Für uns mittlerweile eine gelungene Kombination aus Radtour und Rennradfahren, die wir uns in Frankreich abgeguckt haben. Letztes Jahr sind wir den Rhein entlang gefahren und haben verschiedene Permanenten in Eifel und Hunsrück unter die Räder genommen. Dieses Jahr haben wir uns für den Inn entschieden und haben von Landeck aus verschiedene Touren unternommen. Da der Startort für den Arlberg-Giro, St. Anton, nur 25 km entfernt ist, war es naheliegend sich dort anzumelden.

 

Dabei sein ist alles und im Zeitlimit ankommen das Ziel.

 

So einfach hört sich das an, wenn der Start noch weit weg und das Trainingslager auf Mallorca schon gebucht ist. Das Frühjahr lief gut, die beiden RTFs rund um Osterode am Harz haben sich schon früher als gute Vorbereitung auf die Alpen bewährt. Doch je näher der Urlaub rückt, umso mehr kommt man ins Grübeln, reicht die Form, haben wir uns ausreichend vorbereiten können? So einfach ist das mit dem Training nicht, wenn man Vollzeit-Berufstätig ist und Kinder hat. Kurz vor dem Urlaub liegen wie immer viele Termine an. Die Adlerrunde in Goslar wird von vielen als Vorbereitung auf Events in den Alpen genutzt. Eine Teilnahme war aber aus Termingründen nicht möglich.

 

Dann war es endlich so weit, Abfahrt nach Österreich und erste Touren in den Bergen. Leider hat das Wetter nur teilweise mitgespielt, zum Einfahren hat es aber gereicht. Und dann hieß es Abfahrt nach St. Anton. Der Tag der Wahrheit rückte näher. Wetterbericht war gut und die Stimmung in St. Anton viel entspannter als bei den Cyclassics. Aber das Event ist ja auch noch nicht so groß. Doch der Blick auf die Mitfahrer und ihr Material ließen noch mal Zweifel aufkommen, ob wir als Hamburger dort richtig sind, aber nun gab es kein Zurück mehr. Pünktlich um kurz vor Sieben fanden wir uns am Start ein

 

 

und kurz vor halb acht ging es dann auch für uns richtig los.

 

Richtig los heißt, es geht gleich auf den Arlbergpass ohne Warmfahren.  Devise: bloß nicht jetzt schon überdrehen. Den Arlberg haben wir eigentlich beide ganz gut überstanden. Dann ging es 30 km bergab durch Baustellen und Tunnel, über abgesperrte Autobahnen …. ein echtes Erlebnis! Unangenehmer Nebeneffekt, wenn man in der letzten Startgruppe fährt, man bekommt einen ganz guten Überblick über die Stürze. Wagemutiger in der Abfahrt wurde ich dadurch nicht, obwohl eigentlich alle Gefahrenstellen angekündigt und gut abgesichert waren.

 

Als Folge hatte ich in der Anfahrt zur Silvretta Hochstraße plötzlich ein Auto hinter mir, das nicht überholt hat. Als ich zum Jacke ausziehen etc. mal kurz rausgefahren bin, hielt das Auto ebenfalls an. Es handelte sich um einen Ambulanzwagen. Hm, gab verschiedene Möglichkeiten: Variante 1 konnte ich eigentlich ausschließen, ich fahre so unsicher, dass ein Unfall jeden Moment zu erwarten ist. Variante 2: Auf dieser Strecke war sehr viel Verkehr und der Veranstalter hat die Begleitfahrzeuge angewiesen, einzelne Fahrer abzusichern. Das wäre ein netter Zug gewesen! Variante 3: ich bin die Letzte.

 

Ja, ich gehörte tatsächlich schon sehr früh zu den letzten Fahrern auf der Strecke.

Das hat dann immer mal wieder gewechselt, am Berg habe ich zumindest einige Fahrer überholt, in den Abfahrten bin ich aber eindeutig zu defensiv gefahren. Es folgte:

 

Der Kampf mit dem Besenwagen

 

Der Besenwagen, ein schicker Bus mit Radanhänger, der die Räder der Verunfallten geladen hatte und uns einholte als es mit dem Anstieg zur Silvretta ernst wurde. Man fährt in den Anstieg rein, sieht die vielen Kehren vor sich und weiß, dass man noch 13 km bis zur Bergwertung und damit auch zur nächsten Verpflegung vor sich hat und dann fährt der Besenwagen immer ein paar Kehren voraus und steht verlockend in einer Bucht. Immer wieder muss man den inneren Schweinehund überwinden und ganz locker vorbeiziehen. Doch fast alle haben der Versuchung wiederstehen können. Irgendwann waren wir so weit oben, dass aufgeben nicht mehr zur Diskussion stand und der Besenwagen war auch erstmal außer Sichtweite.

 

Oben angekommen, gab es den einzigen wirklichen Wermutstropfen der Veranstaltung, es gab nur noch Bananenstücke und trockene Brötchenkrümel als Verpflegung.

 

Für die dann folgende 40 km (!!!) Abfahrt reichte es aber. Diese Abfahrt war deutlich leichter, da es kaum Kehren gab. Es ging einfach nur immer runter. Wirklich schätzen gelernt, nicht nur bei dieser Abfahrt, haben wir die Gamex-Jacken aus unserer Vereinskleidung. Richtig warm war es eher selten und die Temperatur-Unterschiede waren immens, gute Bekleidung entsprechend wichtig.

 

Am Ende der Abfahrt war die letzte Verpflegung. Dort gab es noch reichlich zu Essen, insbesondere die legendäre Silvrettaschnitte, eine echte Kalorienbombe, so dass der letzte Anstieg nach St. Anton kein Problem mehr war. Auch ein kleiner Schauer war zu verkraften, denn auch wenn der Besenwagen plötzlich wieder da war, war klar, ich schaffe es im Zeitlimit. Ziel erreicht!

Die Strecke war bereits für ein Kriterium abgesperrt, die Cafés waren gut besucht und entsprechend groß der Applaus für die letzten Fahrer.

 

Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung, eine sportliche Herausforderung, aber keine Überforderung.


Ein wenig Erfahrung in den Bergen, eine ordentliche Grundlage und ein bisschen gezielte Vorbereitung, dann macht so eine Veranstaltung viel Spaß. Wichtiger als viele Kilometer und Höhenmeter im Vorfeld war die mentale Vorbereitung. Also wirklich mal auf die 150er Runde gehen, auch wenn man riskiert alleine unterwegs zu sein und Alma Mater bei 30 Grad im Schatten zu Ende fahren, auch wenn man alle Gruppen ziehen lassen muss. Dann schafft man es auch am Besenwagen vorbeizufahren!

 

Und weil es so viel Spaß gemacht hat, haben wir dann gleich eine Dreitage-Tour über Reschenpass und Stilfser Joch angehängt.


Auf den Spuren von Fausto Coppi

 

Anschließend war Familienurlaub entlang des Inns angesagt. Gerne hätten wir noch ein paar Touren in die Berge gemacht, aber zeitweise waren wir froh, wenn wir die Berge überhaupt sehen konnten und die Flüsse nicht über die Ufer traten.


Arne und Lissy



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Ankündigungen

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Siehe Flohmarkt.




 
Termine
Erfolge

Deutscher Meister 1-er Straße
2010 - Felix Rieckmann (U19)

Deutscher Crossmeister 2010
Jannick Geisler (U19)

Deutscher Crossmeister 2009
Felix Rieckmann (U17)

Deutscher Crossmeister 2007
Julian Lehmann (U15)

Deutscher Crossmeister 2006
Jannick Geisler (U15) 


2. Platz DM Cross 2016
Jasper Pahlke (U15) 

2. Platz DM Cross 2013
Jannick Geisler (U23, MLP)

3. Platz DM Cross 2015
Louis Lex (U15)

3. Platz DM Cross Lorsch 2011
Julian Lehmann (U19)

3. Platz DM 4er-Mann-
schaftszeitfahren 2009 (U17)

3. Platz DM Cross 2007
Felix Rieckmann (U15)

4. Platz DM Straße 2007
Felix Rieckmann (U15)

5. Platz DM Cross 2015
Moritz Plambeck (U15)

5. Platz DM Cross Döhlau 2014
Lauritz Urnauer (U19)

5. Platz DM Cross 2009
Julian Lehmann (U17)

5. Platz DM Cross 2009
Jannick Geisler (U19)

5. Platz DM Cross 2007
Jannick Geisler (U17)

6. Platz DM Cross 2016
Jannick Geisler (Elite)

6. Platz DM Cross 2014
Jannick Geisler (U23)

6. Platz DM 4er-Mannschaft 2006 (U15)

7. Platz DM Cross 2016
Lucas Carstensen (U23, KED)

7. Platz DM Cross 2015
Lauritz Urnauer (U19)

7. Platz DM Cross 2012
Julian Lehmann (U23)

7. Platz DM Cross Lorsch 2011
Jannick Geisler (U23) 

8. Platz DM Cross 2015
Stephan Warda (Sen3)

8. Platz DM Cross 2006
Matthias Heine (U15)

9. Platz DM Cross 2016
Stephan Warda (Sen) 

9. Platz DM Cross 2012
Lucas Carstensen (U19)

9. Platz DM Cross 2012
Jannick Geisler (U23, Heizomat) 

10. Platz DM Cross 2015
Jannick Geisler (Elite)

10. Platz DM Cross 2014
Lucas Carstensen (U23)